Vitamin C ist wohl das interessanteste Vitamin. Die Mangelerscheinungen aus einer ungenügenden Zufuhr von Vitamin C wurden schon vor über 3000 Jahren beschrieben. Im Mittelalter wurden verschiedene Berichte über Skorbutepidemien verfasst, welche vor allem bei langen Schifffahrten, Kreuzzügen und anderen kriegerischen Auseinandersetzungen auftraten. Damals wurde auch der Zusammenhang zwischen dem Genuss von Zitrusfrüchten oder frischem Gemüse und der Vermeidung von Skorbut entdeckt. Trotzdem wurde das Vitamin C erst im 20. Jahrhundert näher beschrieben und der Einfluss verschiedener Nahrungsmittel auf Skorbut ausgestestet und somit der Zusammenhang zwischen Vitamin C und den Mangelerscheinungen bewiesen.
Vorkommen
Die meisten Tiere und höheren Pflanzen können Ascorbinsäure (Vitamin C) aus Glukose synthetisieren. Das bedeutet, dass Ascorbinsäure in den meisten pflanzlichen und tierischen Produkte enthalten ist, wobei eine besonders hohe Konzentration in frischem Gemüse und Obst enthalten ist. In Abhängigkeit von Lagerungsbedingungen und der küchentechnischen Zubereitung kommt es jedoch zu mehr oder weniger grossen Verlusten. Dies kann bis zum völligen Verlust gehen, wie es zum Beispiel bei Kartoffeln oft passiert, da der grösste Teil der Ascorbinsäure in der Schale und direkt darunter liegt und bei der Lagerung schon hohe Verluste passieren können. Ascorbinsäure ist besonders licht- und sauerstoffempfindlich. Bei industriellen Fertigungsprozessen wird dies berücksichtigt. Dadurch können industriell gefertigte Produkte mitunter einen höheren Gehalt an Vitamin C aufweisen als wie Obst und Gemüse, welches schon einige Zeit zu Hause eingelagert wurde. Tierische Nahrungsmittel haben meist einen wesentlich tieferen Gehalt an Vitain C als pflanzliche, ausser Leber und Nieren, welche als ascorbinsäurereich gelten.
Nebst den natürlichen Quellen von Vitamin C wird in industriell gefertigten Lebensmitteln sehr häufig Ascorbinsäure als Konservierungsmittel zugesetzt und dadurch der Verlust, der durch die Verarbeitung entsteht wieder ausgeglichen. Nebst den bekannten Zitrusfrüchten ist vor allem auch die Johannisbeere mit dem im Vergleich zur Zitrone dreifachen Gehalt an Vitamin C bekannt. In neuerer Zeit wurden jedoch vor allem tropische Früchte entdeckt, deren Vitamin C Gehalt bis zum 60-fachen einer Zitrone betragen, die Acerolakirsche und Camu-Camu sind die wichtigsten Vertreter dieser Früchte. Die positiven Wechselwirkungen zwischen dem in diesen Früchten vorhandenen extrem hohen Vitamin C Gehalt und den ebenfalls vorhandenen anderen Biovitalstoffen machen diese Früchte noch weitaus wertvoller als der Vergleich mit den Zitrusfrüchten vermuten lässt.
Funktionen
Der menschliche Organismus kann keine grösseren Mengen an Vitamin C speichern. Deshalb sollte die Zufuhr von Vitamin möglichst täglich passieren. Eine zu hohe Dosis an Vitamin C ist gefahrlos. Die nicht resorbierte Menge wird wieder ausgeschieden und kann allenfalls zu Durchfall führen. Der gesamte Organismus hat höchstens 1,5 bis 3g gespeichert. Mangelerscheinungen treten bei einem Niveau von 300mg auf. Vitamin C ist an vielen verschiedenen biochemischen Reaktionen im Körper beteiligt, hat aber keine besondere Wirkform wie andere Vitamine. Zur Zeit sind noch nicht alle Wirkungen und Einflüsse bekannt. Die wichtigsten der bekannten Wirkungsbereiche sind im folgenden kurz beschrieben:
- Radikalfänger: die bekannteste Wirkung ist sicher die antioxidative Eigenschaft von Vitamin C. Dadurch werden die gefährlichen freien Radikale gebunden und unschädlich gemacht.
- Beeinflussung des Eisenstoffwechsels: mit Hilfe der Ascorbinsäure wird die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung stark gefördert.
- Hemmung der Nitrosaminbildung: Ascorbinsäure reduziert signifikant die Bildung von Nitrosaminen, welche stark giftig sind und als krebserregend gelten.
- Einflüsse auf das Immunsystem: die Zellmembran von Phagozyten wird durch Vitmain C vor der Zerstörung durch freie Radikale und vor Oxidation geschätzt. Ausserdem wird durch Vitamin C die Bildung eines Hormons gefördert, welches wiederum für die Entstehung wichtiger Abwehrzellen im Darmtrakt zuständig ist. Viele andere Einflüsse von Vitamin C auf das Immunsystem können bisher noch nicht erklärt werden.
Bedarf
Wieviel Vitamin C ein menschlicher Organismus benötigt ist nicht gesichert. Es existieren verschiedene Ansichten, wobei keine Ansicht bisher bewiesen wurde. Dabei schwankt die Bandbreite von 10mg bis zu mehreren Gramm täglich. Als gesichert gilt, dass die Zufuhr von 10mg pro Tag skorbutartige Mangelerscheinungen bereits verhindert. Die heutzutage empfohlene Tagesdosis ist 100mg, wobei Rauchern und Menschen, welche starkem Stress ausgesetzt sind, empfohlen wird, die Dosis auf 150mg zu erhöhen. Der Bedarf an Vitamin C ist bei diesen Menschen stark erhöht. Ausserdem wird auch eine erhöhte Zufuhr an Vitamin C für Schwangere empfohlen. Eine vollständige Sättigung des Organismus mit Ascorbinsäure wird bei einer täglichen Dosis von 1000mg erreicht. Es ist jedoch umstritten, ob dies sinnvoll ist, da auch bei Tieren, welche Vitamin C selbst herstellen können, keine Sättigung zu beobachten ist. Die Bioverfügbarkeit von einer Dosis von 200mg ist vollständig. Darüberhinaus nimmt die Aufnahme ab und ein Teil der zugeführten Menge wird wieder ausgeschieden. Die tägliche Einnahme von 200mg und höher wird begründet mit der dadurch höheren Abwehrkraft gegen Infektionskrankheiten.
Prävention
Mittlerweile lassen verschiedene Untersuchungen einen positiven Effekt von Ascorbinsäure bei der Verhinderung von Krebs vermuten. Man weiss, dass Vitamin C hochwirksam ist gegen die Bildung kanzerogener Nitrosamine. Insbesondere konnte bei Magenkrebs eine auffällige Übereinstimmung zwischen niedrigem Vitamin C Spiegel und Entstehung von Krebs beobachtet werden. Trotz der nachgewiesenen Schutzfunktion im Magen von Vitamin C konnten die bisherigen Studien den Zusammenhang noch nicht beweisen. Auch bei Brustkrebs konnte eine signifkante Abnahme des Risikos bei erhöhter Zufuhr von Vitamin C beobachtet werden. Die teils widersprüchlichen Ergebnisse aus verschiedenen Studien haben dies jedoch noch nicht beweisen können. Auch bei anderen Krebsarten, speziell bei Lungenkrebs lassen die bisher durchgeführten Studien einen Zusammenhang zwischen der Vitamin C Dosis und dem Krebsrisiko vermuten. Ein vor nicht allzulanger gefundener äusserst interessanter Zusammenhang zwischen der täglichen Dosis an Vitamin C und der Entstehung der koronaren Herzkrankheit führt wahrscheinlich zu einer Erhöhung der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin C. Es ist allerdings bisher noch schwierig den Einfluss genau zu beziffern, da die Wechselwirkungen zwischen Vitamin C und anderen Antioxidantien noch weitgehend unbekannt sind. Es konnte jedoch ein direkter Zusammenhang zwischen Ascorbinsäure und dem Cholesterinspiegel beobachtet werden.
Bei Personen mit erhöhtem Risiko an grauem Star zu erkranken kann es sinnvoll sein, eine stark erhöhte Dosis von Vitamin C zu empfehlen. Bei Einnahme von mindestens 300mg Vitamin C pro Tag konnte das Risiko, an grauem Star zu erkranken, beträchtlich reduziert werden. Weiters wurde in neuerer Zeit auch ein Zusammenhang zwischen der Vitamin C Dosis und der kognitiven Funktion festgestellt werden. Das Gehirngewebe ist aufgrund der besonderen Beschaffenheit den freien Radikalen besonders stark ausgesetzt. Deshalb sind Antioxidantien, welche die freien Radikale unschädlich machen, besonders wichtig. Hier erfüllt das Vitamin C seine Funktion als Radikalenfänger und kann so helfen, der Verschlechterung der Gedächtnisleistung oder der Alzheimerkrankheit entgegenzuwirken.
Bedarfsdeckung
Der empfohlene Bedarf von täglich 100mg an Vitamin C kann in den industrialiserten Ländern als gesichert gelten. Dennoch kann es speziell bei Risikogruppen (Raucher, erhöhte Stressbelastung, Schwangere) und vor allem älteren Menschen zu leichten Mangelerscheinungen kommen, wie Leistungsschwäche, Müdigkeit, abgeschwächte Funktion des Immunsystems, längere Erholungszeiten nach Krankheiten, verschlechterte Wundheilung, Hautveränderungen und stärkere Anfälligkeit bei Infektionen. Deshalb kann es, speziell für die Menschen mit einem erhöhtem Bedarf an Vitamin C, sinnvoll sein nebst einer mit genügend frischem Gemüse und Obst versehenen Ernährung zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin C zu sich zu nehmen. Dabei sind diejenigen Produkte zu bevorzugen, welche aus natürlichen Vitamin C Quellen wie Acerola oder Camu-Camu hergestellt werden. Sie sind dem synthetisch hergestellten Vitamin C unter anderem aufgrund der positiven Wechselwirkungen mit den ebenfalls darin vorhandenen Biovitalstoffen eindeutig überlegen.
Mehr Informationen zu natürlichen Vitamin-C Quellen wie Camu Camu finden Sie auf www.camucamu-info.com