Ursachen für Vitaminmangel
Zu geringe Zufuhr von Vitaminen können beim Menschen durch Unterernährung, einseitige Ernährung oder durch falsche Zubereitung der Nahrung, bei der die Vitamine zerstört werden, bedingt sein. Die Nahrungsmittel enthalten Vitamine nur in begrenzten Mengen, deshalb kann es relativ schnell zu einer Unterversorgung an Vitaminen kommen. Besonders trifft dies zu, wenn infolge eines geringen Energiebedarfs oder im Zuge einer Reduktionsdiät die Nahrungsaufnahme unter ein normales Mass reduziert wird. Darüberhinaus können Mangelzustände auch durch Beeinträchtigung der Aufnahmefähigkeit des Darmes, verursacht durch chronischen Durchfall, Darmentzündungen oder anderen krankheitsbedingten Umständen. Ausserdem kann auch ein erhöhter Bedarf zu Mangelerscheinungen führen. Das ist einerseits bei Genuss von Alkohol und Nikotin der Fall und andererseits auch durch Krankheiten mit Fieber und beschleunigtem Stoffwechsel.
Das Vitamin K
Die Entdeckung des Vitamin K geht auf Beobachtungen zurück. Sie stellten fest, dass bei Kühen Blutungen auftraten nach Verfütterung von Cumarin-haltigem Süssklee. 1929 stellte Dam bei Küken nach fettreiem Hühnerfutter eine spontane Blutungsneigung fest. Keines der bekannten Vitamine war in der Lage, diese Gerinnungsstörung zu beseitigen, deshalb wurde ein neues Vitamin, das Koagulationsvitamin oder Vitamin K postuliert. 1943 erhielten Dam und Doisy den Nobelpreis für die Isolierung von Vitamin K aus Luzernen und der AUfklärung der chemischen Struktur.
Vitamin K kommt in vier Varianten vor, wobei K1 und K2 natürlich vorkommen, K3 und K4 sind synthetische Produkte, welche im Organismus verarbeitet werden können. Die K-Vitamine sind empfindlich gegen Licht, ionisierende Strahlen und gegen Alkali, jedoch relativ stabil gegen Hitze und Sauerstoff. Deshalb sind Verluste durch die Zubereitung der Nahrungsmittel gering.
Vitamin K ist in der Natur verbreitet vorhanden, sowohl in pflanzlichen wie auch in tierischen Lebensmittel. Vitamin K2 wird von Bakterien gebildet und von Tier und Mensch genutzt. In Pflanzen wird Vitamin K1 hergestellt, welches eine Rolle bei der Photosynthese bei allen höheren Pflanzen spielt und kommt auch in Braun- und Grünalgen vor. Die Bestimmung des Gehalts an Vitamin K in Lebensmitteln ist schwierig, da einerseits der Gehalt starken Schwankungen unterliegt und andererseits auch Schwierigkeiten bei der Bestimmung selbst vorliegen. Im allgemeinen sind grüne, blattförmige Pflanzen reich an Vitamin K, Fleisch hat mittlere Gehalte und Getreide und Früchte sind dagegen relativ Vitamin K-arm.
Der Bedarf an Vitamin K beim Menschen ist nicht genau bekannt. Man nimmt an, dass durch die Aufnahme mit der Nahrung genügend Vitamin K1 und K2 in den Organismus gelangt. Auch wenn bisher keine gesicherten Informationen über das Ausmass der Vitamin K Bioverfügbarkeit aus Lebensmitteln vorliegen, weiss man jedoch, dass die Aufnahme aus der Nahrung nur sehr gering ist im Vergleich zu der Aufnahme aus Nahrungsergänzungsmitteln. So werden aus Spinat lediglich 4% (im Vergleich zu einer entsprechenden Menge in Supplementform) resorbiert. Da die Aussagekraft von Analysen zum Vitamin K-Gehalt der Nahrungsmittel eingeschränkt ist und aussagekräftige Untersuchungen des Vitamin K-Bedarfs beim Menschen fehlen, lässt sich der Bedarf nur schätzen. Die Empfehlungen für Erwachsene liegen bei 70ug täglich bei Männern und 60ug täglich bei Frauen. Aufgrund der neuesten Erkenntnisse, dass eine zu geringe Vitamin K-Aufnahme zu erhöhtem Risiko von Osteoporose führt, sollte man wohl die Einnahmeempfehlungen stark erhöhen.
Prävention
Da sich die Hinweise auf die aktive Rolle von Vitamin K bei der Knochenfestigkeit seit einigen Jahren mehren kann eine zusätzliche Einnahme von Vitamin K nur empfohlen werden. In verschiedenen Studien wurde eine deutliche Zunahme der Knochendichte bei Osteoporose Patienten durch eine signifikante (1mg) Einnahme von Vitamin K innert weniger Wochen festgestellt. Weitere Studien sind geplant oder laufen bereits, um die Wirksamkeit einer hohen Dosis von Vitamin K nachzuweisen. Aus den bisherigen Studien lässt sich schliessen, dass eine Vitamin K-Zufuhr im Bereich von 0,45 bis 1mg pro Tag die Knochenbildung positiv beeinflussen kann. Osteoporose ist jedoch eine multikausale Krankheit, deshalb muss bei der Prophylaxe ausser Vitamin K auch Vitamin D und Calcium beachtet werden.
Ausserdem liegen Ergebnisse vor, welche einen Zusammenhang zwischen Vitamin K und Arteriosklerose vermuten lassen. Ob eine signifikant erhöhte Dosis von Vitamin K zu einer deutlichen Reduktion des Risikos von Arteriosklerose führt kann im Moment erst vermutet werden. Weitere Studien in diese Richtung müssen diesen Zusammenhang erst noch erhärten.
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